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Start des letzten Trimesters (und Kirschblüten^^)

Wieder einmal hat es eine ganze Weile gedauert bis ich mal wieder Zeit und vor allem Lust hatte zu schreiben. Inzwischen hat das letzte Trimester hier in Japan begonnen, und die Kirschblütenzeit ist schon wieder vorbei. Es gibt Tage an denen man in T-shirt und kurzen Hosen rausgehen kann und wieder andere an denen man vom Sturm fast vom Fahrrad gerissen wird.

Obwohl es jetzt schon wieder fast einen Monat her ist, berichte ich noch einmal kurz von der letzten Station der Reise mit meiner Mutter und Nathan, nämlich Hakone. Dieses Gebiet liegt in Kamagawa, eine Präfektur im Westen Tokyos und angrenzend an Yamanashi, die Präfektur in der der Fuji zu finden ist. (Witziges Detail: Yamanashi bedeutet so viel wie ohne Berge) Hakone ist berühmt für seine heißen Quellen und allgemein Natur. Wir hausten in einem ziemlich schicken Ryokan, das sogar über seine eigene heiße Quelle – sowohl drinnen als auch draußen – verfügte. Der Weg zu dem, in einem relativ kleinen Dorf mitten in den Bergen gelegenen Ryokan war schon einmal sehr abenteuerlich, denn es ging mit einem Bus unfassbar kurvige Serpentinen hinauf, wobei ungefähr alle 3 Minuten eine neue Station kam, was nicht grade für eine kurze, geschweige denn angenehme Fahrt sorgte. Außerdem flogen die Koffer in den steileren und kurvigeren Teilen der Strecke nach Belieben durch den Bus.
Leider war uns sehr schlechtes Wetter beschert, sodass wir an keinem der Tage die so berühmten Aussichtspunkte auf den wunderschönen Fuji genießen konnten. Am ersten Tag fuhren wir mit unserem Freepass, mit dem man alles sooft fahren durfte wie man mochte, zu einem Bergsee, über den Renaissance-style Schiffe fuhren. Außerdem gab es noch eine Art Seilbahn, und eine seltsame Bergbahn, die schräg designt war. Sie sah quasi aus wie eine fahrende Treppe in Form einer Bahn. Da alles recht früh schloss (gegen 4) ging es dann auch recht früh wieder zurück zum Ryokan. Auch an den anderen Tagen besserte sich das Wetter nicht wirklich, sodass unser Handlungsspielraum sich nicht wirklich erweiterte. Nur am Tag, an dem es zurück nach Tokyo ging, klarte der Himmel auf, sodass wir auf der 2 stündigen Busfahrt einige Male Gelegenheit hatten die perfekte Kegelform des Fuji zu genießen.  

Nun zurück zu mehr aktuellen Angelegenheiten. In der Woche nach meinem letzten Eintrag, also der ersten Aprilwoche, erblühten die berühmten Kirschblüten zu voller Pracht. Auf meinem Campus, der auf dem Gelände eines früheren Flughafens liegt, gibt es eine recht breite Hauptstraße, die früher einmal Lande- oder Startbahn war. Diese ist gesäumt mit riesigen Kirschbäumen, die nun in voller Blüte standen. Der Anblick war tatsächlich so, wie man das immer in Animes sieht und sich denkt, dass das dann wohl doch etwas übertrieben sei. Trauriger Weise blieb das Wetter über die ganze Woche hinweg relativ schlecht, sodass ich keine wirklich schönen Fotos schießen konnte.
Am 4./5. war die Kluborientation, bei der ich mit dem Tanzklub aufgetreten bin. Die Performance war aber nur sehr kurz, hinterließ aber, nachdem wir nun schon neue Mitglieder anwerben konnten, einen guten Eindruck, wenn man nach den Bewertungen der neuen Studenten geht. Anschließend platzierten sich die Klubs am Rand der eben beschriebenen Straße mit Matten unter den Kirschbäumen, um weiter für neue Mitglieder zu werben. Leider blieb das die einzige Form von Hanami (eine Art traditionelles Picknick unter Kirschbäumen. Jedes Jahr treffen sich alle möglichen Gruppen (Firmen, Freunde, Klassen etc) und quatschen essen und saufen unter den wohl berühmtesten Bäumen Japans) die ich erlebte, da ein weiteres Treffen, dass wir durchführen wollten buchstäblich ins Wasser fiel.

Seit einer Woche nun hat das neue Trimester begonnen, und damit auch meine letzten Kurse an der ICU. In diesem Semester belege ich J8, den höchsten offiziellen Japanischkurs, Theories of Sociology, einen 300er Kurs, das entspräche in Deutschland wohl so etwas wie einem Vertiefungsmodul und 通訳入門(tsuuyakunyumon) was so viel heißt wie Einführung ins Dolmetschen. Der letzte Kurs ist der erste richtige Kurs den ich auf Japanisch habe, und dementsprechend sitze ich nur mit Japanern in der Klasse.
Mein Japanischkurs hat zwar recht wenige Stunden in diesem Trimester, weiß aber mit neuen Aufgaben zu nerven, allen voran müssen wir bis Anfang Mai ein 200seitiges Buch auf Japanisch lesen und dann vorstellen. Ich habe zwar prinzipiell nicht dagegen ein Buch auf Japanisch zu lesen, im Gegenteil habe ich damit selbst schon begonnen, allerdings finde ich den Zeitdruck als auch die Buchvorgaben sehr lästig, denn es dauert lange 200 Seiten auf Japanisch zu lesen. (Zumindest bei mir -.-)
Dafür haben sich die anderen beiden Klassen als erstaunlich interessant entpuppt, grade die Theories of Sociology, die ich nicht wirklich gewählt habe weil ich sie machen wollte, sondern weil ich für die FU noch einen 300er Kurs belegen muss, wird von einem sehr charismatischen Lehrer unterrichtet. Außerdem bin ich sowieso ein Fan von Theorien und bis jetzt finde ich es ziemlich interessant darüber zu diskutieren. Allerdings erfordert der Kurs auch recht viel Mitarbeit, es gilt ein Buch zu lesen und schon in der ersten Woche mussten wir einen dreiseitigen Report schreiben.
In den Dolmetscheinführungskurs bin ich ohne große Erwartungen gegangen, ich wollte vor allem herausfinden ob ich in der Lage bin schon einen Kurs komplett auf Japanisch, und halt nicht für Ausländer speziell angepasst zu belegen.  Angenehmerweise habe ich bei den bisherigen Vorlesungen ca 85-90% verstanden und auch die Texte konnte ich ohne weitere Schwierigkeiten lesen. Daher hab ich mich entschieden den Kurs wirklich zu belegen und bis zum Ende weiterzumachen. Da es ein Einführungskurs ist, und auch von vielen neuen Studenten besucht wir, sind die Anforderungen was Hausaufgaben usw. angeht zum Glück nicht allzu hoch.

Sry für den langen Post, es gab durch den Start des Semesters zur Abwechslung mal wieder relativ viel zu berichten.

18.4.16 15:33

Letzte Einträge: Besuch von Nathan und Mama Teil 2 Osaka und Kyoto(Nara), Kamakura, tennis und mehr, Tanzperformances und Gastredner, Alle Kurse sind zuende!!, Seoultrip

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Anne (19.4.16 10:43)
Ist nie zu lang!!!

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