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Seoultrip

Heute sieht es in meinem Zimmer schon ziemlich karg aus, denn morgen früh geht’s los zur Sommerfahrt des Tennisklubs und die Nacht danach verbringe ich in nem anderen Raum , insofern wird das heute das letzte Mal, dass ich hier schlafe. Davon abgesehen geht es im heutigen Eintrag um meinen Trip nach Seoul (was man übrigens wie das englische Wort Soul ausspricht) zusammen mit Linus.
Letzten Donnerstag trafen wir uns um 22 Uhr in Shinjuku, um uns langsam zum Flughafen Haneda zu begeben, von dem aus unser Flugzeug um 2 starten sollte. Viel später hätten wir nicht losfahren können, da in Tokyo ja ab 0 Uhr nur noch begrenzt Züge fahren. So spät (oder früh) zu fliegen war recht merkwürdig, der Flughafen war verhältnismäßig leer, und der Check-in dauerten circa 2 Minuten. Nach einem ereignislosen Flug erreichten wir um 4:25 Seoul. Wir konnten beide zumindest etwas schlafen im Flugzeug, sodass wir einigermaßen fit durch die Flughafenprozederes kamen. Danach hieß es erst einmal auf den ersten Zug warten. In der zwischenzeit mieteten wir ein mobile-WIFI Dings, welches wie sich herausstelle atemberaubend gutes WIFI mit schier endloser Laufzeit lieferte. Der Flughafen glich den Japanischen Flughäfen an denen ich bisher war, (bis auf die Zeichen natürlich, Koreanisch benutzt Hangul, eine Schrift, die im 15 Jahrhundert entwickelt wurde um besser Koreanisch darstellen zu können als die chinesischen Zeichen. Es sieht recht putzig aus, folgt aber einer sehr einleuchtenden Logik.) mitsamt den Warnungen und Bedienungsanleitungen an Rolltreppen in bis zu vier Sprachen.
Etwa um 7 fuhren wir dann Richtung Stadt los, auch der Zug erinnerte stark an die Züge in Tokyo, mit einigen Unterschieden: harte ungemütliche Sitze, sehr viel breiter und keinem Verbot für Telefonate, was einem sehr schnell auffiel. In Gongdok oder wie auch immer man das richtig schreibt (vermutlich mit dem e vor dem ersten o) wechselten wir dann von der Zubringerbahn in eine richtige U Bahn. Diese befand sich so tief unter der Erde wie ich das noch nie erlebt hatte – schätzungsweise um die 40-50 Meter. Auf den Bahnsteigen gab es auch immer Gasmasken und Wasser für Notfälle. Die Selbstmordgefahr wurde mit Wänden gebannt, die die Gleise vom Bahnsteig abgrenzten und deren Türen sich nur gleichzeitig mit denen der bahn öffneten. Unser Hostel befand sich im, wie sich später herausstellen sollte, sehr internationalem Viertel Itaewon (ende wird eher wan ausgesprochen). Leider konnten wir um halb 9 noch nicht einchecken, sodass wir uns erst einmal ein ausgiebiges Frühstück im Pancake Haus gönnten. Wie von vielem anderen muss ich hier noch auf die Bilder von Linus warten, da mein Handy die ganze Zeit an akuten Selbstmordanfällen litt.
Um die Zeit bis zum Einchecken um 15 Uhr totzuschlagen fuhren wir anschließend, sehr sehr müde, nach Yongsan, einen Bezirk der berühmt für seine Elektronikgeschäfte ist. (Erinnert an Akihabara aber ohne die Anime/Manga/Cosplay Komponenten) Letztendlich landeten wir auf einem Dach eines Einkaufszentrums, wo wir erstmal ein Nickerchen hielten. Der Rest des ersten Tages bestand dann aus zurückfahren, einchecken, schlafen und essen. Am frühen Abend fuhren wir nochmal los zu einem Markt den Linus Reiseführer als Highlight beschrieben hatte, der sich aber als recht langweilig entpuppte.
Gut ausgeschlafen fuhren wir dann am 2. Tag, also am Samstag los um die ersten Sights zu seen. Als erstes besuchten wir ein Viertel mit vielen alten Straßen und gelangten so dann schließlich auch zu einer Burganlage mit dem Namen Changdeokgung. (die Aussprache müsst ihr euch hier selbst vorstellen, ich habe keine Ahnung) Er sah vielen Tempel oder Burganlagen in Japan ähnlich, zeichnete sich aber durch besonders hübsche Verzierungen aus. Außerdem war er mit 3000Wong Eintritt recht billig. Hier eine Anmerkung zu der völlig Bescheuerten Währung: 1000 Wong entsprechen im Moment ca 75 Cent… Allerdings sind 1000 Wong schon ein Schein und der größte Schein ist 50000. Diese absurd großen Zahlen führen dazu, dass man denkt dass alles super teuer ist, obwohl es in Wahrheit eigentlich sogar besonders billig ist. Wieso man nicht einfach mal ein paar Nullen wegstreicht verstehe ich nicht wirklich, zumal die kleinste Münze 50 zu sein scheint.
Am Nachmittag machten wir uns auf zum Studio der LCK, der Koreanischen (und damit weltbesten) League of Legends Liga. Im Vorfeld hatten wir recherchiert, dass man keine Karten vorbestellen muss, sondern einfach an der Abendkasse für grade mal 2000 Wong pro Series (2-3 Spiele) ohne Probleme reinkommen kann. Auch wenn ich den englischen Kommentar nur über den Stream verfolgen konnte, war es ein sehr beeindruckendes Erlebnis das auch mal life zu sehen. Wie man in den Videos die ich gemacht habe erkennen kann, arbeiten sie in Korea mit sehr viel Lichteffekten, was live noch einmal beeindruckender wirkt.
Abends erwartete uns dann eine Odyssee durch Seoul. Wir fuhren zuerst nach Gangnam, und entschieden uns dann aber nach einigem erkunden dafür, lieber nach Itaewon zurückzukehren um dort eine Abendbeschäftigung zu suchen. Eigentlich hätten wir noch locker nach Hause kommen müssen, doch leider fuhr unsere Bahn nicht, sodass wir einen Umweg fahren mussten. Um Punkt null 0 erreichte unsere Bahn dann den Bahnhof an dem wir umsteigen wollten, aber der Zugverkehr wurde eingestellt… am Samstag. Um 0 Uhr. So standen wir also irgendwo am sprichwörtlichen Arsch der Welt in der Gegend rum, ohne genug Geld um uns ein Taxi zu leisten und ohne Koreanisch sprechen, geschweige denn lesen zu können. Nachdem wir erst versuchten an Geld zu kommen, was allerdings keine Früchte trug, da die koreanischen Kombinis keine Internationalen Visakarten mögen, schafften wir es nach einiger Zeit einen Bus zur Seoul Station zu finden. Dort angekommen fanden wir schließlich ein Taxi das uns für grade mal 10000 Wong nach Hause brachte. So kamen wir erst gegen halb 4 in unserem Hostel an, sodass sich Abendaktivitäten dann auch erledigt hatten.
Am Sontag besichtigten wir dann die wohl berühmteste Burg mit dem klangvollen Namen Gyeongbokgung. Vor allem der große Garten und die Wachablösung, die von grausamer traditionell koreanischer Musik begleitet wurde, ließen auch diesen Ausflug interessant werden. Später gingen wir noch einmal in das mexikanische Restaurant in dem wir schon am Freitag gegessen hatten.  Da wir beide kein Fleisch, Fisch oder sonstiges Getier essen, mussten wir auf koreanisches Essen verzichten und stattdessen mexikanisch, italienisch und türkisch essen gehen.
Montag besuchten wir dann noch das War Memorial, zu dem ich unbedingt wollte, da ich von allen War Memorials in Asien in denen ich bisher war (Okinawa, Hiroshima) ziemlich begeistert war. Leider hatte das Museum am Montag geschlossen, sodass wir nur die Außenausstellung der Kriegsmaschinen sehen konnten. Anschließend wanderten wir durch die Wirrungen von Itaewon, genossen einen großartigen Milkshake und machten uns langsam zum Flughafen auf. Am morgen dieses Tages waren wir von Presslufthammern und fehlendem Wasser in unserem Hostel überrascht worden, da die ganze Straße aufgerissen worden war.
Um 2240 ging unser Flug zurück nach Tokyo, und mithilfe von Nachtbussen und Taxi kam ich um halb 4 wieder in meinem Wohnheim an, gerade rechtzeitig um meinem polnischen Unitmember auf Wiedersehen zu sagen.

Insgesamt war die Reise nach Seoul eine sehr interessante Erfahrung. Seoul wirkt, auch wenn die kurze Zeit natürlich nicht wirklich gut ist um sich ein ausreichend genaues Urteil zu bilden, auf mich wie eine weniger abgehobene Version Tokyos. Man merkt deutlich, dass es eine kleinere Stadt ist. Außerdem scheint es internationaler zu sein, auch vor allem was die Auswahl an Essen angeht. In Punkto Regeln scheinen die Koreaner nicht so streng zu sein wie die Japaner, was aber auch darin resultiert, dass Seoul insgesamt etwas dreckiger wirkt. (Obwohl es ein Segen war in normalen Straßen auf Mülleimer zu treffen^^) Die Preise sind definitiv geringer als in Tokyo und vor allem was Transport angeht sehr erschwinglich.
Nachdem ich durch meine Besucher ein wenig mitgekriegt habe, wie es sich anfühlen muss wenn man nichts lesen kann, konnte ich diese Hilflosigkeit jetzt auch am eigenen Leib erfahren.

PS: Es gibt über 80 neue Bilder auf meiner flickr Seite, die ihr wie immer durch einen Klick auf den Link Photos!! auf der linken Leiste erreichen könnt.

30.6.16 15:53, kommentieren

Alle Kurse sind zuende!!

Wie der Titel suggeriert, bin ich seit Montag mit allen meinen Kursen hier an der ICU fertig, sowohl Prüfungen als auch Asignments sind jetzt alle beendet/eingereicht. Die letzte Woche vor der Prüfung war hauptsächlich geprägt vom Verfassen meiner beiden größeren Reports, einmal für Japanisch (ca 6 Seiten ungefähr 3400 Zeichen) und für meinen Soziologiekurs einen 10 seitigen. Dabei war ich, eigentlich für mich sehr ungewöhnlich, schon am Mittwoch mit den Rohfassungen fertig, sodass ich am Wochenende Zeit für die anstehenden Abschiedspartys hatte. Davon abgesehen gab es letzte Woche auch noch die Abschlussprüfung für den Dolmetschkurs, die allerdings, vor allem wegen der wenigen Möglichkeiten sich vorzubereiten, mit nur 12,5% in die Endnote eingeht. Diese Prüfung erwies sich als überaus schwer. Von Japanisch nach Englisch ging noch einigermaßen, obwohl es eine ganze Menge Konzentration erfordert sich ca 40 Sekunden lange Abschnitte zu merken und dann ohne Bedenkzeit in der anderen Sprache wiederzugeben. Von Englisch nach Japanisch allerdings war mir noch fast unmöglich. Später hörte ich jedoch auch von einigen Japanern, dass selbst ihnen diese Richtung schwerer gefallen war.
Am Mittwoch hatte ich meinen letzten Japanischunterricht hier an der ICU. Dieser bestand aus 5 minütigen Reden aller Studenten über ihr jeweiliges „Projekt“ (genauer gesagt einfach nur einer ganz normalen Hausarbeit über ein Gesellschaftsproblem in Japan. Keine Ahnung warum die das als Projekt bezeichneten) gefolgt von je 2 Minuten streng bemessenen Fragerunden. Zum Abschluss gab es dann, wie in jedem Kurs die Evaluation, bei der sich die Lehrer wohl eine recht schlechte Bewertung einfingen, wenn ich die Reaktionen meiner Kommilitonen richtig einschätze… Auch ich hab diesen Kurs deutlich schlechter bewertet als die anderen beiden Japanischkurse. Das lag vor allem an den wöchendlichen Stunden die auf das Schreiben des Projektes an den Unicomputern (um 8 Uhr morgens) verschwendet wurden, sowie der allwöchtliche Unterricht zu dem jeweiligen Lesetext in dem wir den ganzen Text den wir schon zu Hause zu bearbeiten hatten noch einmal durchlasen. Dazu gab es kaum neue Kanji, und insgesamt hatte man nicht wirklich das Gefühl durch den Unterricht irgendetwas zu lernen.
Ganz anders sah es da bei meinem Kurs Theories of Sociology aus, den ich als den besten Kurs überhaupt bezeichnen würde, den ich bisher besucht habe. Das lag zum einen an dem interessanten Inhalt, aber vor allem an dem sehr engagierten und guten Professor. Für diesen Kurs mussten wir jede Menge Assingments einreichen, aber die meisten habe ich mit Freude verfasst. Wenn mein Affiner Bereich das zulässt, werde ich auf jeden Fall auch in Deutschland nochmal einen Soziologie Kurs besuchen.
Jetzt aber zum Wochenende und den Abschiedspartys. Am Freitag fragte mich Yuta, der Konzertmeister des Orchesters der ICU und auch im global house lebend, ob wir nicht zur Kickout Party zusammen etwas spielen wollten. Nachdem ich fast ein Jahr nicht mehr gespielt hatte, war ich mir natürlich nicht ganz sicher wie das laufen würde, doch nachdem ich mir die Geige eines anderen global house Studenten geliehen hatte, konnte ich feststellen, dass sich alles noch sehr natürlich und einfach anfühlte. (bis auf den sehr unangenehmen Kinnhalter, der Abdrücke auf meinem Schlüsselbein hinterließ ) Wir probten Memorys aus Cats.
Am darauffolgenden Abend gab es dann die richtige Party, die in 3 Abschnitte eingeteilt war: zuerst von 18 bis 19:15 treffen im Gemeinschaftsraum, bei dem jeder etwas zu essen mitbringen sollte und einfach locker gequatscht wurde. Am Ende dieses Abschnittes spielten wir dann auch vor, was ziemlich gut gelang und in viel Applaus resultierte. Als nächstes folgte die offizielle Verabschiedung, bei der man semi-formal angezogen sein sollte. Jeder wurde einzeln nach vorne gerufen, eine Text von jemand anderem wurde verlesen (so in etwa was an dem verabschiedeten toll war, Erinnerungen etc.) und anschließend gab es noch eine kleine Dankesrede von jedem einzelnen. Mein Text war allerdings leider noch nicht fertig, mir wurde aber gesagt, dass ich ihn später noch erhalten würde. Im global house habe ich jedoch sowieso nicht so viel gemacht, ich war eher in meinem Tanz und Tennisklub aktiv. Zuletzt gab es dann quasi noch eine freie Party, von der nichts Außergewöhnliches zu berichten ist. Natürlich gab es bei den Verabschiedungen viele Emotionsreiche Momente sowie eine Vielzahl an Tränen.  
Für Sonntagabend hatten wir eine kleine Party des Tanzklubs organisiert, für welche wir auch wieder Räume im global house benutzten, da es das einzige Wohnheim ist, in das man Besucher einlassen darf. Leider hatten wegen Assignments und Prüfungen nicht alle Zeit, sodass am Ende eine Gruppe aus Karol, Maddy, Kasia, Azusa, Yuri und mir zustande kam. Außerdem kam später noch kurz der „Lehrer“ unserer Gruppe vorbei, Julian. Eigentlicher Anlass der Party war ein Geschenk von der latin night, nämlich eine Flasche Tequila, die wir beabsichtigten niederzumachen. Außerdem brachte allerdings auch noch jeder etwas anderes mit, sodass es dann abgesehen von selbstgemixten tequilalastigen Cocktails auch noch jede Menge zu essen gab. Highlight waren die Mitbringsel von Maddy, bestehend aus Zitronensouffles und außerdem noch Muffinformen aus Schokolade, aus denen man Eis essen konnte. Beides erwies sich als sehr lecker. Ich steuerte Nudeln und Tomaten-Cremesoße bei, die bei allen sehr gut ankam.
Am Montag dieser Woche gab es dann noch die einzige Prüfung in diesem Trimester, nämlich Japanisch. Die Midterms waren ja sehr schwierig und vor allem mit sehr krassem Zeitdruck ausgezeichnet gewesen, deshalb rechnete ich auch für diese Prüfung mit einer recht anstrengenden, intensiven Aufgabenstellung. Dieses Mal ließ sich jedoch alles relativ gut bewältigen und vor allem der Hörteil war extrem einfach.
Heute, beziehungsweise morgen um 2 Uhr Nachts fliege ich nach Korea!! Linus hatte mich vor einiger Zeit gefragt, ob ich ihn begleiten wolle, und da das Angebot sehr gut ist, und ich eigentlich sowieso noch nach Korea wollte habe ich natürlich zugesagt. Wir bleiben bis Montagnacht, in der wir wieder spät abends zurückfliegen. Weitere Berichte folgen dann natürlich wenn ich wieder im Lande bin.

Die Teilweise seltsamen Klammern kann ich leider nicht ändern, aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund ändert myblog alles was irgendwie mit Klammern zu tun hat in smileys um...

23.6.16 12:47, kommentieren